Mein Beitrag zur Aktion #dastutgut :
Das Hoch-Tief-Spiel – Eine simple Möglichkeit das erleben des heutigen Tages zu erfragen
Entdeckt habe ich es vor fast 20 Jahren im Film „An deiner Seite“ mit Bruce Willis und Michelle Pfeiffer.
Seitdem ist dieses Spiel ein festes Ritual in unserer Familie. Früher noch allabendlich, kommt es es mittlerweile zwar seltener zum Einsatz, aber es wurde nie ganz verbannt.
Vielleicht schafft es dieses Spiel ja auch an Ihren Tisch?
Und so geht‘s:
Mit dem Satz „Hoch – Tief“ läuten Sie das Spiel ein.
Dies kann z.B. geschehen, wenn Sie beim Abendessen sitzen.
Nun geht es darum, dass man selbst und jeder der Anwesenden mindestens ein (und noch mehr) „Hoch“ benennt:
Etwas, was am heutigen Tag besonders Freude bereitet hat, was hilfreich oder schön oder einfach nur lustig war.
Gleichermaßen wird mindestens ein „Tief‘“ benannt. Etwas, das nicht so gut lief, vielleicht für Traurigkeit, Verärgerung oder Wut gesorgt hat.
(Bei uns hat sich etabliert, dass derjenige oder diejenige die das Spiel ausrief auch begonnen hat)
Beispiele:
Mein Hoch ist, dass heute die Mathe-Arbeit ausgefallen ist.
Mein Hoch ist, dass heute die Sonne so schön geschienen hat.
Mein Hoch ist, dass endlich die Telefonleitung repariert wurde… der Urlaubsplan steht… ich alles geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe… Oma bald kommt…ich heute beim Friseur war… etc.
Mein Tief ist, dass heute leider meine Lieblingstasse kaputtgegangen ist.
Mein Tief ist, dass ich heute nachsitzen musste.
Mein Tief ist, dass es heute mal wieder so viele schlechte Nachrichten gibt… ich so ein Kratzen im Hals habe und befürchte, krank zu werden… der Kollege, den ich besonders mag ausscheidet… XY sich nicht gemeldet hat…es schon wieder Kartoffelsuppe gibt…
Besonders Kinder haben interessante „Hochs“ (Mein Hoch ist, dass die Lampe so schön leuchtet) und es kann eine sehr schöne Idee sein, als Erwachsener sich einzulassen auch etwas „banalem“ die Möglichkeit zu geben, ein „Hoch“ zu sein.
Manchmal stellt sich heraus, dass es Dinge gibt, die für alle besonders und gleichermaßen als „Hoch“ empfunden wird. Und manchmal werden einige „Hochs“ sogar mehrere Tage aufgezählt (Mein Hoch ist noch immer…), weil die Freude darüber so nachhaltig ist.
Mir hat gefallen, dass mit diesem Spiel Tagesgeschehnisse locker Raum finden und besonders geeignet ist sich auch mit ansonsten eher wortkargen Menschen (wie z.B. Pubertierende mit Stacheln – also Kakteen) austauschen zu können. Wenn Sie also auf die Nachfrage, wie denn der Tag war, meist nur ein „gut“ über den Esstisch gehaucht bekommen, kann dieses Spiel ein Segen sein 🙂
Übrigens: „Mein Hoch ist, dass ich kein Tief habe“, nur um kein „Tief“ aufzählen zu müssen zählt natürlich nicht 😉
In der ersten Zeit kann es hilfreich sein, dieses Spiel täglich zum Abendessen einzuläuten.
Auch kann es eine gute Idee sein – vor allem anfangs -, jedem Teilnehmenden zunächst die Gelegenheit zu geben, sein „Hoch“ und sein „Tief“ mitzuteilen, bevor weiter nachgefragt wird und gemeinsame Gespräche darüber folgen.
Es gibt kein Falsch und Richtig. Beginnen und gestalten Sie dieses Spiel so, wie es für Sie gut ist und Ihnen Freude bereitet.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit Ihren Liebsten. Und dass Sie immer Zeit zum spielen finden.
Songün Demirol-Yilmaz
Saarbrücken, Dezember 2015
www.praxis-dynamis.de