Kommst du mir zu nah,
bin ich nicht mehr.
Bleibst du aber fern,
hätt ich dich doch gern.
(Songün Demirol-Yilmaz)
Partnerschaften im Nähe- und Distanzkonflikt
Ziehen Sie sich zurück, wenn Sie merken, dass Ihre Gefühle für Ihren Partner oder Ihre Partnerin zu stark werden oder stoßen Sie ihn oder sie von sich weg und verletzen ihn oder sie so, dass er oder sie sich selbst von Ihnen abwenden muss?
Vielleicht erleben Sie dieses Muster immer wieder und haben das Gefühl, es regelrecht zu „brauchen“, obwohl Sie sich innerlich etwas anderes wünschen.
Können Sie z.B. nicht wirklich konkretisieren, was genau da mit Ihnen geschieht und was Sie dazu veranlasst?
Häufig findet ein eigener Rückzug oder das Zurückweisen des Partners tatsächlich nicht bewusst statt. Meist ist es eine Reaktion auf das Hochkommen einer tief sitzenden (unbewussten) Angst, die in diesem akuten Moment keine andere Möglichkeit zulässt.
Wenn emotionale Verletzungen aus früheren Beziehungen oder aus der eigenen Lebensgeschichte nicht verarbeitet sind, kann das innere Selbstwertgefühl instabil bleiben. Nähe kann dann über einen gewissen Punkt hinaus, als gefährlich erlebt werden.
Das Zugehen auf und das Abwenden vom Partner werden dann meist nur in einem Rahmen gestaltet, in dem man sich gerade noch sicher fühlen kann.
So wird oft zwischen dem Bedürfnis nach Nähe und Flucht hin- und hergependelt.
Dieses Verhalten ist nicht Ausdruck mangelnder Beziehungsfähigkeit, sondern ein erlerntes Schutzverhalten.
Es lässt sich erkennen, einordnen und verändern.
Sie müssen sich nicht weiter in diesem Konflikt bewegen. Veränderung ist möglich.
Unsere Zusammenarbeit kann ein Weg sein, die zugrunde liegenden Dynamiken sichtbar zu machen und neue, stimmigere Formen von Nähe und Beziehung zu entwickeln.
Songün Demirol-Yilmaz
Saarbrücken, Mai 2013